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Dezentraler Wasserrückhalt
Der Klimawandel führt zunehmend zu Starkregenereignissen und längeren Trockenphasen im Sommer, wobei sich diese Entwicklungen in Zukunft weiter verstärken dürften. Dadurch geraten Wälder unter Stress, während gleichzeitig das Risiko von Hochwasser für tieferliegende Siedlungen und landwirtschaftlich genutzte Flächen steigt. Ein gezielter Rückhalt und die Speicherung von Niederschlagswasser im Wald können diesen Auswirkungen entgegenwirken, indem der Oberflächenabfluss verringert und der Wasserhaushalt stabilisiert wird. Auf diese Weise lassen sich Hochwasserspitzen mindern, die Grundwasserneubildung fördern und die Wasserversorgung der Wälder in Trockenzeiten sichern. Gleichzeitig trägt ein erhöhter Wasserrückhalt zur ökologischen Aufwertung von Gewässern, Feuchtgebieten und ihrem Umfeld bei und unterstützt deren Anpassung an den Klimawandel. 1
Handlungsoptionen: Entwässerungsstrukturen aufbrechen und Retentionsräume schaffen
Lineare Strukturen im Wald bündeln und beschleunigen den Oberflächenabfluss, wodurch Wasser dem Bestand entzogen wird und weiter unten im Einzugsgebiet Hochwasser begünstigt werden kann. Bei linearen Strukturen handelt es sich um
- Forstwege und Rückegassen
- Wegseitengräben
- Entwässerungsgräben
- enge Kerbtäler und Erosionsrinnen
Vor allem auf Maschinenwegen und Rückegassen kann durch gezielte Abschläge das konzentrierte Wasser wieder in den Bestand geleitet werden. Dies erfolgt über breitflächige Versickerung oder in Kombination mit dezentralen Kleinrückhalten und stärkt den Wasserhaushalt des Waldes. 2
Abschläge und Dezentrale Kleinrückhalte

Dezentrale Kleinrückhalte fangen Spitzen im Oberflächenabfluss, z. B. bei Starkregen, auf und geben das Wasser verzögert wieder ab. Das zwischengespeicherte Wasser kann infiltrieren, zur Bodenwasserspeicherung, Bestandesversorgung und Grundwasserneubildung beitragen oder verdunsten. Verschiedene Anwendungsformen sind:
- Retentions-, Versickerungs-, und Verdunstungsmulden
- Grabentaschen
- Himmelsteiche
Dezentrale Kleinrückhalte eignen sich besonders im Anschluss an Wegedurchlässe wie Rohrführungen und Rigolen.
Rigolen – Alternative Wegedurchlässe

Hangparallel verlaufende Forstwege schneiden talseitige Flächen von der Versorgung mit Oberflächenwasser ab. Daher ist es wichtig, Wasser aus den Wegseitengräben der Bergseite in regelmäßigen Abständen (ca. alle 50–150 m) in Richtung des talseitigen Bestandes abzuleiten. Durch eine möglichst hohe Anzahl solcher Wasserdurchlässe kann die hydrologische Wirkung der Wege deutlich verringert werden. Dabei ist auf eine geringe Fließgeschwindigkeit des Wassers in den Durchlässen zu achten, um talseitige Erosion zu vermeiden und eine flächige Versickerung zu gewährleisten. 3
Anstelle einfacher Verrohrungen können Durchsickerungsbauwerke (Rigolen) angelegt werden, die etwa 2–3 m breit sind und quer zur Fahrbahn verlaufen. Im Gegensatz zu Verrohrungen ermöglichen sie eine reduzierte Fließgeschwindigkeit und sorgen aufgrund ihrer Breite für eine gleichmäßige, talwärts gerichtete Versickerung. Empfehlenswert ist es, den Rigolen eine Absetzmulde vorzuschalten, um Sedimenteinträge in das Bauwerk zu minimieren. Talseitig bietet sich zudem die Anlage dezentraler Kleinrückhalte an.
Verschluss von Entwässerungsgräben

Neben dem Wegenetz leiten auch natürliche Strukturen (z. B. Kerbtäler, Hangmulden) sowie alte Wege und Entwässerungsgräben Oberflächen- und Quellwasser gebündelt ab. Viele dieser Gräben wurden früher angelegt, um feuchte Standorte für die Forstwirtschaft nutzbar zu machen. Der Rückbau oder Verschluss von Entwässerungsgräben reduziert Abflussspitzen und hält Wasser im Wald zurück. Dadurch wird nicht nur die Wasserversorgung des Bestandes verbessert, sondern auch der Erhalt von Feuchtbiotopen und typischen Lebensräumen unterstützt.
Maßnahmen dazu können entweder händisch oder maschinell umgesetzt werden, abhängig von Sensibilität des Gebiets, Erreichbarkeit und Bodeneigenschaften. Verschiedene Techniken die hier in Frage kommen sind:
- Einbau von Spundwänden aus Holzbohlen oder anstehenden Rundhölzern
- Errichten von Erdwällen aus bindigem Material und anstehender Vegetation
- Einbau von Holzkästen (besonders in Tiefer eingeschnittenen Kerbtälern) um einen kaskadenartigen Verlauf zu errichten der die Wasserführung verlangsamt
- Puhlmann, H. (2023). Waldböden und ihre Wirkung auf den Wasserhaushalt. Wasserwirtschaft 11, S. 16-19 ↩︎
- Kellner, L., Jedicke, E. (2025): Praxisleitfaden zur Umsetzung von Maßnahmen zum naturnahen
Wasserrückhalt. Gesamtbericht und Maßnahmenkatalog. Hochschule Geisenheim University.
Geisenheim, September 2025. ↩︎ - Schweßinger, S. (2023): Möglichkeiten zum dezentralen Wasserrückhalt im Wald: Erfassung umgesetzter Maßnahmen im Stadtwald Herbolzheim. Universität Freiburg. ↩︎

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